Alternativen zu Abnehmspritzen: Die vielversprechende Rolle von Bakterien in der Behandlung von Adipositas

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Alternativen zu Abnehmspritzen: Die vielversprechende Rolle von Bakterien in der Behandlung von Adipositas

In den letzten Jahren sind Gewichtsverlust-Injektionen zu einem großen Thema geworden, wobei Erfolgsgeschichten in den Nachrichten und in den sozialen Medien stark präsent sind. Da viele Neujahrsvorsätze auf Gesundheit und Fitness abzielen, ist zu erwarten, dass das Interesse an diesen Injektionen zunimmt. Dennoch gibt es Bedenken hinsichtlich Sicherheit, Kosten, Nebenwirkungen und möglichen langfristigen Auswirkungen auf den Körper. Daher hoffen Wissenschaftler, alternative Behandlungen zur Gewichtsreduktion zu entwickeln, die denselben Wirkmechanismus nutzen, aber sicherer und weniger kostspielig sind.


Hormonelle Regulation und GLP-1

Im normalen menschlichen Stoffwechsel werden Hormone, die den Metabolismus regulieren, von Geweben des Verdauungstrakts ausgeschüttet, um Appetit und Insulinsekretion zu steuern [1]. Dazu gehört das glukagonähnliche Peptid-1 (GLP-1), das von enteroendokrinen L-Zellen, Pankreas-α-Zellen und dem Nucleus tractus solitarii im Gehirn produziert wird – seine Hauptfunktion ist die Appetitunterdrückung [1].

GLP-1 hat eine kurze Halbwertszeit und wird leicht durch das Enzym Dipeptidyl-Peptidase-4 (DPP4) abgebaut. Deshalb werden für Gewichtsverlust-Injektionen GLP-1-Rezeptor-Agonisten entwickelt, die resistent gegen DPP4-Abbau sind und länger wirken [1].

Zu den Wirkstoffen dieser Injektionen gehören Liraglutid und Semaglutid, die an GLP-1-Rezeptoren binden, Insulinsekretion fördern, die Glukagonsekretion hemmen, den Appetit unterdrücken und die Magenentleerung verzögern [2].


Probleme bei Gewichtsverlust-Injektionen

Es bestehen zahlreiche Bedenken:

  • Hohe Kosten

  • Nebenwirkungen

  • Hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Gewicht wieder zunimmt, wenn Lebensstiländerungen nicht beibehalten werden

  • Langzeitfolgen für den Körper

Wissenschaftler suchen deshalb nach alternativen Behandlungen für Fettleibigkeit, die hohe Erfolgsraten bieten, aber weniger Risiken bergen.


Probiotika und GLP-1

Es ist bekannt, dass enteroendokrine Zellen durch Darmbakterien zur Ausschüttung von GLP-1 stimuliert werden können. Daher untersuchen Forscher, welche Bakterienarten die stärkste Wirkung auf GLP-1 haben könnten [1].

Vorteil potenzieller Bakterienstämme:

  • Können als Probiotikum eingenommen werden

  • Langfristig ohne Nebenwirkungen und finanziellen Aufwand nutzbar


Studie von Kim et al.

Kim und Kollegen untersuchten Milchsäurebakterien auf ihre Fähigkeit, GLP-1 zu stimulieren. Dazu wurden unter anderem folgende Stämme kultiviert:

  • Lactiplantibacillus plantarum GB104

  • L. rhamnosus GG

  • Bifidobacterium longum GB301

In einer NCI-H716-Zelllinie wurden unterschiedliche Konzentrationen (50 %, 20 %, 10 %) getestet, und die GLP-1-Ausschüttung mittels ELISA gemessen.

Ergebnisse:

  • L. plantarum GB104 zeigte die stärkste GLP-1-Stimulation

  • Auch L. plantarum WCFS1 und L. rhamnosus GG hatten stimulierende Effekte

  • In einem Modell wurde festgestellt, dass GB104 Gewichtszunahme hemmt, Blutzuckerwerte verbessert und Insulinsensitivität erhöht

  • Histologische Untersuchungen zeigten eine Reduktion der Fetttröpfchengröße in Leber- und Fettgewebe

Fazit:
Milchsäurebakterien, insbesondere L. plantarum GB104, könnten eine vielversprechende, sichere Alternative zu Gewichtsverlust-Injektionen darstellen [1].


Schlussfolgerung

Gewichtsreduktionsbehandlungen sind entscheidend, um die Entwicklung weiterer metabolischer Erkrankungen zu verhindern. Trotz hoher Erfolgsraten von Injektionen bleibt die Sicherheit und Kostenfrage kritisch. Probiotische Ansätze mit Milchsäurebakterien könnten eine langfristig nutzbare, sichere und kostengünstige Alternative darstellen und könnten die Zukunft der Fettleibigkeitsbehandlung sein.

Verfasst von Kirsty McTear, Mikrobiologin bei DWS


Quellen:

  1. Kim A-Ram et al., Microorganisms, 2025; 13(6):1211–1

  2. Xie Z et al., Clinical Epidemiology, 2022; 14:1463–76

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